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Wandel durch Handel

Schifffahrt bewegt die Welt



In der heutigen Zeit ist jeder Ort der Welt innerhalb von 24 Stunden mit dem Flugzeug erreichbar. Ein fünfminütiges Telefongespräch von Bremen nach New York, das 1960 noch mehr als 60 US-Dollar gekostet hat, kann heute für ein paar Cent geführt werden oder gar kostenlos via Internet-Telefonie. Und Produkte wie Burger oder Cola sind Jugendlichen auf der ganzen Welt bekannt.

Die Zunahme internationaler Wirtschaftsbeziehungen und das Zusammenwachsen von Märkten für Güter und Dienstleistungen über die Grenzen einzelner Staaten hinweg ist die Triebfeder der Globalisierung. Neu ist nicht der internationale Austausch an sich. Neu ist die Geschwindigkeit, mit der sich Veränderungen vollziehen in einer durch Internet und soziale Netzwerke mehr als je zuvor vernetzten Welt. Ob Globalisierungs-Befürworter oder Gegner – es ist unumstritten, dass ihre ökonomische Dimension neue Möglichkeiten für alle Länder weltweit geschaffen hat. Die ungleiche Verteilung der Ressourcen auf der Erde sorgt dafür, dass diese gehandelt werden müssen, wenn auf ihrer Basis produziert werden soll oder muss.

Die Grundlage der Globalisierung bildet das GATT-Abkommen (General Agreement on Tariffs and Trade) – das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen, das 1947 kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Genf geschlossen wurde. Staaten verpflichten sich darin, Zölle und Gesetze, die den freien Handel erschweren, abzuschaffen. Der Welthandel kam in der Vergangenheit insbesondere durch die Erfolge des GATT und der Nachfolge-Organisation WTO (World Trade Organisation) in Schwung. Von großer Bedeutung war zudem die wirtschaftliche Öffnung Chinas, auf die 2001 der Beitritt Chinas zur WTO folgte. Die Exporte der Volksrepublik vervierfachten sich innerhalb von fünf Jahren nach dem WTO-Beitritt.

Nie ist die Weltbevölkerung so schnell gewachsen wie in den letzten zwei Jahrhunderten. Mitte 2011 hat sie die Sieben-Milliarden-Marke überschritten. In Asien lebt ca. zwei Drittel der Weltbevölkerung. Das starke Wachstum vieler Volkswirtschaften sowie die steigende Kaufkraft sind eine bedeutende Stütze für die Wirtschaft. Die Kräfteverhältnisse verändern sich. Die so genannten Schwellenregionen haben sich inzwischen zu aktiven Wirtschaftseinheiten entwickelt oder sind auf dem Weg, es zu werden. Sie haben sich erstmals von der schwächelnden Konjunktur der Industrieländer abgekoppelt.

Die Globalisierung braucht Schiffe

Der maritime Transport ist heutzutage fester Bestandteil des internationalen Warenaustausches. Mehr als 95 % des grenzüberschreitenden Handels entfallen auf die Seeschifffahrt. Die Kunden suchen nach der effektivsten Transportlösung vom Herkunftsland zum Bestimmungsort bezogen auf Kosten, Zeit, Zuverlässigkeit und weitere Faktoren, die Einfluss auf die Kostenstruktur des Gesamttransports haben. Die Erfolgsgeschichte des Seetransportes beruht auf dem Wachstum des Welthandels sowie auf der internationalen Arbeitsteilung. Mit der steigenden Nachfrage nach Schiffskapazitäten sanken die jeweiligen Transportkosten. Dieser Prozess ist durch die Einführung des Containers in den 1960er Jahren und die damit verbundene erhebliche Produktivitätssteigerung im Seetransport bedeutend gefördert worden.

Mit dem erhöhten Seefrachtaufkommen nahm zudem die Größe und Tragfähigkeit der Schiffe zu und bewirkte eine Abnahme der Fixkosten je transportierter Produkteinheit. Während das größte Containerschiff im Jahr 1968 insgesamt 752 TEU-Container laden konnte, so sind heute Schiffe mit 14.000 TEU Tragfähigkeit auf den Weltmeeren unterwegs – an der nächsten Generation mit Kapazitäten von 18.000 TEU wird schon gebaut. Ende 2011 waren etwa 55.000 Schiffe weltweit im Einsatz.

Globalisierung, wie wir sie heute kennen, hätte ohne die Schifffahrt so nie stattgefunden. Wie es für sie langfristig weitergehen wird, ist abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft, des technischen Fortschritts, von geopolitischen Trends, Energie-Ressourcen, Umweltaspekten sowie der Schifffahrtsindustrie selbst.

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