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Vorbereitung auf Wachstum

Häfen rüsten sich für 2025



Durch die Erholung der Wirtschaft haben sich die Engpässe in den Frachthäfen wieder verschärft. In einigen Häfen kommt es teilweise zu Wartezeiten bei der Hafen-Einfahrt.

Vielfach wurden die Ausbaupläne der Hafenbetreiber infolge der Krisenjahre zurückgefahren und werden nun wieder reaktiviert. Im Fokus der Maßnahmen steht die Effizienzsteigerung: Die Erweiterung und Modernisierung der Hafenanlagen und des Equipments sowie die Opti mierung des Hinterlandes mit einer besseren Anbindung der Häfen an die Verkehrsnetze. Außerdem investieren die Hafenbetreiber in neue Konzepte für die Energieversorgung in den Häfen, um den wachsenden, umweltpolitischen Anforderungen gerecht zu werden.

Die langfristigen Prognosen für den Seeverkehr bis zum Jahr 2025 sehen gut aus: Die Experten rechnen mit einer Verdoppelung des Warenumschlags sowie mit einer Verdreifachung des Containerverkehrs. Das britische Analystenhaus Drewry geht davon aus, dass die Hafeninfrastrukur zahlreicher Häfen folglich schon um das Jahr 2015 überlastet sein wird. Drewry rechnet bis zum Jahr 2015 mit einem Anstieg des weltweiten Containerumschlags um 245 Millionen TEU auf dann 718 Millionen TEU. Die Umschlagkapazität würde im selben Zeitraum aber nur um rund 20 Prozent bzw. 143 Millionen TEU zunehmen.

Indien baut aus
Gegenwärtig entstehen angesichts der zum Teil veralteten Infrastruktur erhebliche Verzögerungen bei der Einfahrt in die Häfen sowie bei den Liege- und Abfertigungszeiten. Das Umschlagsvolumen hat zuletzt um 15 Prozent – rund 850 Millionen Tonnen – stark zugenommen. Mit Hochdruck treibt die Regierung den Ausbau der Häfen an. Noch in diesem Jahr sollen weitere 25 Hafenprojekte vergeben werden. In der Realisierung befinden sich derzeit 15 Projekte an neun der insgesamt zwölf indischen Haupthäfen. Neben dem Ausbau bestehender Hafenanlagen befinden sich 24 Neubauprojekte in unterschiedlichen Projektphasen.

Drehscheibe Südafrika
Das Land am Kap will verstärkt Anteile im Container-Transhipment hinzugewinnen. Derzeit liegt der Anteil beim Umschlag von Seeverkehrsgütern von großen Deepsea- Schiffen auf kleinere Shortsea-Schiffe bei nur 13 Prozent. Dazu wird der im Jahr 2009 eröffnete Hafen Ngqura in der Nähe von Port Elizabeth schon wieder massiv ausgebaut, um die Umschlagskapazitäten von 800.000 auf 1,2 Millionen TEU zu steigern. Ngqura, Hub für die zweitgrößte Linienreederei MSC und die japanische Mitsui O.S.K. Lines, soll zur Drehscheibe für Verkehre zwischen Ostasien und Afrika werden. Durch die Aufteilung der Verkehre in einen Hauptlauf zwischen Asien und Südafrika und einen Feederdienst von Ngqura nach Westafrika könnten zumindest die großen Schiffe pünktlicher abgefertigt werden. Der Containerhafen von Kapstadt wird für das steigende Ladungsaufkommen bis zum Jahr 2012 auf ein neues Portalkran system umgerüstet.
Weitere Ausbauinvestitionen sind geplant.

Neuer Tiefwasserhafen für Nordrange
Auf große Schiffe wird sich der neue Jade- WeserPort bei Wilhemshaven stützen; der Tiefwasserhafen an der Nordseeküste soll Mitte 2012 den Betrieb aufnehmen und die Containerriesen an den ersten 1.000 Metern der Kaje abfertigen. Bis dahin soll auch die Bahnanbindung an das Hinterland stehen. Zusätzliche Konkurrenz droht dem Hamburger und Rostocker Hafen von den polnischen Ostseehäfen, die bis 2015 rund 600 Millionen Euro investieren wollen, um ihre Fahrrinnen zu vertiefen und die Hafeninfrastruktur zu modernisieren. In den letzten Jahren sind in Gdansk und Gdynia neue Containerterminals entstanden, ein weiterer befindet sich in Stettin im Bau. Noch ist die unzureichende, verkehrstechnische Anbindung der polnischen Häfen an das Hinterland ein Wettbewerbsvorteil für Hamburg oder Rostock.

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