Sich den Herausforderungen stellen

6. Nationale Maritime Konferenz in Rostock

In einer Zeit rückläufiger Märkte, in der die Schifffahrt unter erdrückenden ökonomischen Rahmenbedingungen arbeitet und vor allem die Containerschifffahrt mit einem Überangebot an Tonnage und mit erheblichen Wachtsumseinbußen kämpft, traf sich die maritime Branche zur 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock.

Wie lässt sich die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen maritimen Wirtschaft vor dem Hintergrund der andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise sichern? Dies war eine der zentralen Fragen der Konferenz, die am 29. und 30. März 2009 über 1.000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit Entscheidungsträgern der maritimen Branchen zusammenführte. In sieben Workshops wurde über die Gebiete Schiffbau und Schiffbauzulieferindustrie, maritime Technologien, Seeschifffahrt, Seehäfen, Offshore-Windenergie, Klima- und Umweltschutz im Seeverkehr sowie Marine und Marineschiffbau diskutiert.

Einstieg in den Seebetrieb

Der VDR (Verband Deutscher Reeder) sieht die Schifffahrtspolitik auf dem richtigen Kurs. Der Verband werde seine Bemühungen für einen hohen Ausbildungsstandard in der Schifffahrt beibehalten und ausbauen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Seehandelsflotte der deutschen Reeder mehr als verdoppelt, ist im Jahr 2008 mit rund 6 % sogar überdurchschnittlich gewachsen und mit einem Anteil von 35 % an der globalen Containerflotte die drittgrößte der Welt. Der Welthandel und damit auch der Seetransport wird mittel- und langfristig wieder Fahrt aufnehmen. Mehr Schiffe brauchen auch mehr Personal. Die qualifizierte Ausbildung in den Berufen des Seebetriebs ist ein zentraler Schwerpunkt des VDR. Gemeinsame Anstrengungen des VDR und seiner Partner im Maritimen Bündnis zeigen konkrete Erfolge. Diesen Kurs gilt es weiter zu verfolgen und Absolventen der Seefahrtschulen den Einstieg in eine Beschäftigung zu ermöglichen.

„Umschlagbar“

Zum Thema „Hafenwirtschaft und Logistik“ diskutierten die Teilnehmer die bedarfsgerechte Entwicklung einer leistungsfähigen Infra- und Suprastruktur für die deutschen Seehäfen. Die Seehäfen verzeichneten im Jahr 2008 ein Rekordumschlagsergebnis von etwa 319 Mio. Tonnen. Nach Überwinden der derzeitigen Weltwirtschaftskrise wird bis 2025 eine Steigerung auf das 2,5-fache der Umschlagsmenge prognostiziert. Die Containerverkehre bleiben dabei die Wachstumsträger. Deshalb kommt es auch in diesen schweren Zeiten darauf an, über den Tellerrand zu schauen und seewärtige Zufahrten und Hinterlandanbindungen zielgerichtet, zügig und bedarfsgerecht auszubauen, um diesen langfristig erwarteten Umschlagszuwächsen gerecht zu werden.

Mit Umweltschutz nach vorne

Erstmals wurde auf der maritimen Konferenz die Verringerung von Schiffsdieselemissionen unter dem Thema „Maritimer Klima- und Umweltschutz“ aufgenommen. Die deutsche maritime Industrie unterstützt dabei die Bemühungen der IMO, die Umweltverträglichkeit der Seeschifffahrt weiter zu verbessern. Maßgeblich sind hierbei die technische und strategische Ausrichtung der deutschen Wirtschaft und Politik auf die Anforderungen aus dem Umwelt- und Klimaschutz, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Diese Inhalte waren auch Bestandteil des Workshops „Maritime Technologien“. Die deutsche Industrie ist führend bei der Entwicklung hochkomplexer Anlagen und Ausrüstungen, die es der Schifffahrt ermöglichen, frühzeitig hohe internationale Umweltstandards zu entwickeln oder zur Weiterentwicklung derselben beizutragen. Ziel ist es, Deutschland zu einem maritimen Hi-Tech-Standort auszubauen.

Die 6. Nationale Maritime Konferenz in Rostock hat deutlich gemacht, dass die deutsche maritime Wirtschaft für die künftigen Herausforderungen gerüstet ist und aus der gegenwärtigen Krise gestärkt hervorgehen kann. Der Schifffahrtsstandort Deutschland wird auch in diesen stürmischen Zeiten seinen eingeschlagenen Kurs weiter verfolgen, um seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu erhalten.

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